2013


Januar

Winter

Was machen wir draußen im Winter den ganzen Vormittag? Antwort: Wir spielen!
Neue Frage: Jeden Tag? Antwort: Ja!
Wird das nicht langweilig?-Nein!

Einer der Hauptgründe weswegen es im Kindergarten klappt sind natürlich die vielen Kinder. Die andere Sache ist die Fantasie und die freie Bewegung mit viel Platz. Besonders im Winter sind solche Dinge bei uns gefragt. Die Malstifte und die Schere heben wir uns für beheizte Räume auf. Es ist zu kalt für die Sandkiste (Sand gefroren), fürs schnitzen oder basteln. Es heißt sich bewegen. Am liebsten mit Rollenspielen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Gruppe sich gefunden hat, damit nicht „Hahnenkämpfe“ oder sonstige Gruppenfindungsstreitigkeiten das Spiel stören (deswegen auch gerne alle Kinder im Sommer aufnehmen, dann haben sie ein halbes Jahr Zeit sich zu finden). Dann geht es los:

Hineindenken und sich mit den anderen Mitspielern auf ein passendes Spiel einlassen. Das ist meist die erste Herausforderung. Wie weit kann ich mich durchsetzen, wie weit gehe ich auf die Anderen ein, welche Rolle passt zu mir, bin ich eher eine Führungsperson (davon gibt es oft mehrere –schwierig…) oder bin ich eine Kind, dass gerne mitspielt und seine Rolle weniger lautstark präsentiert? Aber ganz klar ist, wenn nicht jeder einen Teil dazu beiträgt, kann das Spiel nicht beginnen. Also immer wieder neue Vorschläge machen bis man sich einigt. Schwere Arbeit!
Heute hat sich die ganze Gruppe zu einem Spiel zusammen getan. Sie einigten sich auf Pferde (immer gerne) und Fänger. Unsere Waldtippis waren die Ställe und unsere kleinen Kinder waren die Besitzer von den „Ställen“. Sie bewachten die gefangen Pferde (ich weiß nicht, ob die Kleinen wirklich wussten was sie waren, aber sie gehörten dazu) und waren glücklich. Und sie haben sich viel bewegt. Bei den Temperaturen (-7 Grad) ist es notwendig für alle immer in Gange zu bleiben.

Die nächste Herausforderung ist, wenn das Spiel „kippt“, wenn manche keine Lust mehr haben Pferd/Fänger zu sein. Dann entscheidet die Gruppe, können wir auf ein Pferd oder Fänger verzichten, oder müssen wir das Spiel verändern. Heute wurde es verändert. Die Pferde haben sich in Bäume verwandelt und ein Kind war ein Waldarbeiter, der mit einer Säge die Bäume fällte. Es wurde laut gesägt und dann fielen die „großen“ Bäume um (zum Glück lag genug Schnee, um den Fall abzumildern). Dieses Rollenspiel hat sich auf dem Nachhauseweg entwickelt und ist ohne Probleme auch mit sich fortbewegenden Bäumen machbar. Wer sagt, dass Bäume sich (im Fantasiewald) nicht bewegen können?

Ich bin gespannt welches Spiel morgen dran ist. Der Winter ist lang und es müssen noch viele Spielideen her. Da darf sich jeder einmal ausprobieren.

Ich erhoffe uns und allen anderen noch eine schöne Winterzeit!
Liebe Grüße aus dem verschneiten Wald,
Sissel Nielsen


Februar

BNE im Kindergarten?!

BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) ist in aller Munde. Aber wie geht das- ganz konkret? Wie können wir den Grundstein zu einem fairen weltweiten Miteinander, für ein bewusstes Konsumieren, für eigene Initiativen und Beiträge zur Erhaltung unserer Natur legen? Die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) fördert ein länderübergreifendes Projekt „Der Wald ist voller Nachhaltigkeit“ des Bundesverbandes Natur- und Waldkindergärten (BvNW) und der Universität Freiburg. Ziel des Projektes ist es, Bildungsangebote zu schaffen, in denen Kinder die enge Verflechtung zwischen ihrem Leben und den Wäldern hier und weltweit entdecken und so die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung erfahren können.

Hierzu werden 20 „Erzieher-Förster-Tandems“ aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich, Japan und Südkorea gebildet, die im Bereich BNE qualifiziert werden und mit Hilfe von Experten konkrete Projekte für den Lernübergang vom Kindergarten in die Grundschule entwickeln. Die Angebote sollen sich inhaltlich und qualitativ an den Standards der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung orientieren und die Schlüsselthemen Ökosystemdienstleistungen, Klimawandel, Lebensraumbewahrung, biologische Vielfalt und nachhaltiger Konsum umfassen.

Der Naturkindergarten Satrup stellt gemeinsam mit der Försterei Satrup ein Tandem für Schleswig-Holstein. Das Projekt erstreckt sich über 2 Jahre und wird 2014 mit der Veröffentlichung eines Buches abgeschlossen sein. Die Kinder sollen dabei keineswegs mit von Erwachsenen zu verantwortenden komplexen Problemen nicht-nachhaltiger Entwicklung überfrachtet werden, sondern ausgehend von ihren eigenen Fragen altersgemäß auf ein Leben in unserer komplexen Weltgemeinschaft vorbereitet werden.

Wir –das Satruper Tandem- haben uns für Biodiversität -biologische Vielfalt- entschieden und werden es am Beispiel der Frösche im Wald erarbeiten. Hierzu sind vielfältige Aktionen geplant, von denen wir gerne in den kommenden Ausgaben berichten werden. Zunächst warten wir darauf, dass die ersten Frösche aus der Winterstarre „erwachen“. Als Kooperationspartner haben wir bereits die Regenbogenschule, die Struenseeschule und den Kreis SL-FL gewonnen - eventuell werden sich noch weitere Akteure anschließen.

Im Herbst 2013 laden wir dann zu einem „Tag des Frosches“ in den Wald ein, zu dem Sie sich jetzt schon freuen dürfen.

Herzliche Grüße aus dem noch verschneiten Wald senden
Udo Harriehausen und Nicole Wedell


März

HOF ANKERSOLT! DANKE!

Danke! Erst mal an Anne vom Hof Ankersolt für ihre großartige Aktion uns immer und immer wieder auf den Hof einzuladen. Wir sind schon lange keine Ein-Mal-Besucher mehr. Zu jeder Jahreszeit zieht es uns auf den Biohof. Wir warten jetzt auf den Frühling, damit wir wieder einen Grund haben bei Anne an die Tür zu klopfen. Für die Waldkinder ist der Besuch immer etwas Besonderes.

Wir treffen uns in Rüde an unserer Sturmhütte und gehen dann zum Hof hinüber. Auf dem Vorplatz angekommen werden wir immer herzlichst von Anne begrüßt. Wenn alle Neuigkeiten ausgetauscht sind, geht es los. Denn dann dürfen wir, je nach Jahreszeit, helfen die Tiere zu versorgen. Im Winter sind wir öfter bei den Kühen und dem BULLEN (was für ein großes Tier, wenn der vor einem steht)! Die Heu- und Strohballen liegen für uns bereit damit wir sie ausstreuen können. Beim Füttern müssen wir aufpassen, denn die Hörner einer Kuh sind nicht ganz ungefährlich.
Nach dem Frühstück mit immer einem frisch gekochten Ei von Anne (DANKE), gehen wir natürlich zu den obligatorischen Hühnern. Die kleinen Körbe teilen die Kinder unter sich auf und füllen sie mit Körnern. Welche Hühner diesmal dran sind bestimmt Anne. Oft lassen wir sie raus auf die Wiese und geben ihnen dann die Leckereien. Die Kinder, die zum ersten Mal dabei sind, staunen von wie vielen Hühnern sie plötzlich umringt sind. So hautnah dabei zu sein ist einfach spannend.
Wenn wir dann noch Zeit haben besuchen wir die Schweine, Pferde, spielen mit den Hunden oder dürfen in die Sandkiste um vielleicht noch einen Edelstein vom letzten Fest zu finden. Meistens lohnt sich die Schatzsuche.

Lieber Hof Ankersolt, besonders Anne. Vielen Danke für die schönen Erlebnisse! Und die liebevolle Betreuung! Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

Wir wünschen allen schöne Osterferien mit vielleicht ein bisschen wärmeren Temperaturen, damit der Frühling kommen kann!

Sissel Nielsen


April

Endlich!!!

Was war das für ein Winter?
Gefühlte Lichtjahre lang Frost, Schnee und zum Teil wirklich eisige Kälte. Kein Spielfilm war je reeller als „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ja klar, wir sind „robust“, abgehärtet und  haben uns ganz bewusst für „immer draußen“ entschieden. Aber, ganz ehrlich-das war schon ein echter Härtetest. Der Sand in der Sandkiste war fast 6 Monate gefroren und ein Vormittag ohne viel Bewegung undenkbar! Es kostet schon Nerven sich täglich auf´s Neue in unzählige Klamotten zu stopfen. Als Michelin-Männchen haben wir wohl so einige Kilometer zurückgelegt. Umso größer ist die Freude und Dankbarkeit über die steigenden Temperaturen und das explosionsartige Erwachen der Natur!!!

Wie schön ist es, endlich mal wieder an einem der Plätze zu verweilen.
Heute war ein ganz besonders schöner Tag. Es fing schon bei der Wald entdecken!Kleidungswahl heute Morgen an. Statt der üblichen 5-6 Lagen waren es nur 2, Mütze und Handschuhe blieben zu Hause und es war der erste Tag, an dem es überhaupt nicht kühl wurde. Auf dem Weg zur Wiese wurden die ersten Schnecken freudig begrüßt, und wir haben unsere Froschwanne wieder hergerichtet. Wir haben einige Regenwürmer, 2 Zitronenfalter, 4 „Marienkäfer“(7-Punkt Käfer) eine Hummel, mehrere Bienen, Spinnen, Asseln und Käfer entdeckt und uns mächtig gefreut! Wir saugen es mit jeder Faser auf und genießen…
 

Im Rahmen unseres BNE- Projektes (Thema Biodiversität am Beispiel der Frösche) hat Frau Schreier von der Bücherei uns ein passendes Bilderbuchkino vorgestellt und wir haben schon viele Bücher zum Thema gelesen, aber bis vor wenigen Tagen war kein einziger Frosch in Sicht! Jetzt -endlich- sind sie wieder da! In den letzten Tagen haben wir vereinzelt mal einen gesehen und heute waren es schon so viele, dass wir sie am Ende gar nicht mehr gezählt haben. Nun kann es bis zum ablaichen auch nicht mehr lange dauern. Wir beobachten das täglich und dokumentieren alles in einem Heft, denn schließlich wird dieses Projekt Bestandteil eines Fachbuches das nächstes Jahr veröffentlicht wird. Morgen besuchen wir einen Moorfroschtümpel im Außelbeker Wald und werden uns die nächste Zeit mit Lebensbedingungen, Lebensräumen und Gefahren vor Ort befassen. Ende des Monats besuchen wir die Reptilienabteilung von Zoo Ove und sehen uns im direkten Vergleich Giftfrösche und deren Bedingungen an.

Neben all diesen spannenden Aktionen bleibt aber in jedem Fall genügend Zeit um aufzutauen, aufzutanken, aufzublühen und jeden einzelnen Augenblick zu geniessen!

„Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken“
Freuen wir uns einfach darauf!

Liebe Frühlingsgrüße
Nicole Wedell


Mai

Moorfrösche ohne Moor?

Geht so etwas? Ja klar. Nicht im Moor, wie ihr Name verraten müsste, sondern vor allem im Wald tummelt sich diese Froschart, weil es dort Verstecke, Tümpel und Mücken als Nahrung zuhauf gibt. Das wussten auch alle jungen Froschexperten des Naturkindergartens Satrup nach einem interessanten und kurzweiligen Vormittag im Außelbeker Wald, den sie dort mit ihren Erzieherinnen Nicole und Sissel, mit Nico und Förster Udo Harriehausen verbringen konnten.

Im Rahmen unseres BNE- (Bildung für nachhaltige Entwicklung)-Projekts „Frösche im Wald“, der auf die Wichtigkeit der biologischen Vielfalt abzielt, war der 16.04.2013 genau der richtige Tag zum Erforschen der Moorfrösche. Denn kurz nach dem Ende der „Eiszeit“ sind sie die Ersten, die sich in großer Zahl in wenigen ganz bestimmten und immer wieder genutzten Tümpeln versammeln. Dort findet in kurzer Zeit das Ablaichen statt; das Naturspektakel ist bereits nach 3-5 Tagen wieder vorbei!

So pirschten wir uns also am genannten Morgen gaaaanz langsam und im Kriechgang an den Tümpel heran und sahen…(fast) nichts!  Schade, die Frösche waren anscheinend noch nicht auf Betriebstemperatur! Aber nach und nach hörte man: „da ist einer“ und „da noch einer“ und „da! Ganz viele“. Immer mehr Frösche tauchten auf und bald konnten die Kinder auch das leise Geknurre, die Balzrufe der leicht blau angefärbten Männchen hören. Natascha kann dieses Geräusch bis heute so gut nachahmen, dass man meint, einen echten Moorfrosch zu hören!

Die Kinder beobachteten die Frösche und deren Paarungslebensraum so gut, (Farbunterschied von Männchen und Weibchen, Irisfarbe, modderiges flaches Wasser mit viel Laub….), dass auf dem mitgebrachten Posterpapier mit Buntstiften Frösche, Mücken und Biotop naturgetreu nachgemalt wurden.

Aber neben den vielen schönen Eindrücken entdeckten wir auch Gefahren, die den Fröschen drohten: einige von Autos Überfahrene lagen platt oder aufgerissen auf dem Weg. Und dann fiel Anna und Ingmar auf, dass der Tümpel durch einen tiefen Graben auf der anderen Seite Wasser verlor! Was lag näher, als sogleich die pieksigen Brombeeren dorthin zu durchqueren und einen Staudamm in den Graben zu bauen? Gedacht, gesagt, getan; mit Spaten und Harken. Noch einige Male hüpfen, um die Erde zu verdichten. Wieder war eine Gemeinschaftsarbeit vollbracht!

Voller Freude und Eindrücke kehrten wir nach Satrup zurück.

Und was für eine Überraschung am nächsten Tag im „eigenen“ Kindergartenwald: Am Elfensee fand sich nach einer akustischen Suche (denn der Balzruf war ja nun gut bekannt!) eine noch größere Froschhochzeit mit bereits einigen Quadratmetern Laichballen! Jula war so aufgeregt, dass sie diese Riesenentdeckung sofort per Waldhandy dem Förster mitteilte. Der freute sich über diese Nachricht und das bisher unbekannte Laichgebiet sehr.

Mittlerweile fanden auch Besuche von Klassen der Regenbogenschule und der Struensee-Gemeinschaftsschule im Wald statt, die sich von den Froschexperten des Naturkindergartens  mit Bildern, Aquarium und am Tümpel über das Projekt informieren ließen. Am 13.05. fand bereits der erste Gegenbesuch in der Struenseeschule statt. Der Biokurs der 10. Klasse hatte mit Frau Kohrt eine Wald-Frosch-Rallye für die Kinder ausgearbeitet. Für diese Unterstützung nochmals vielen Dank!!

In den nächsten Wochen wollen wir einen neuen Teich bepflanzen, ein Laubfroschgewässer von beschattendem Bewuchs freistellen und dann anschließend diesen lautstarken Sängern beim Konzert zuhören.

Udo Harriehausen


September

Einladung zum „Tag des Frosches“

Die Froschexperten des Naturkindergarten Satrup und die Försterei Satrup laden alle Interessierten zum „Tag des Frosches“ ein.

          Am Samstag, den 14.09.2013 von 15.00 bis 18.00 Uhr
         
auf der Kindergartenwiese und im Rehberger Wald.

Neben einer umfangreichen Ausstellung mit vielen Informationen und einem einzigartig spannenden „Froschpfad“ konnten wir „Grünschnabel“  als Special Guest für die Eröffnung der Waldbühne gewinnen. Außerdem werden uns die Sing-und Tanzgruppe der Regenbogenschule und die Waldkinder mit einem Bühnenprogramm beglücken.

Dieser Tag ist der vorläufige Abschluss des Projekts zur Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE), das in Zusammenarbeit mit der Uni Freiburg und dem Bundesverband für Natur- und Waldkindergärten über einen Zeitraum von 2 Jahren entwickelt wurde. Gemeinsam mit der Försterei Satrup bilden wir in dem länderübergreifenden Rahmenprojekt „der Wald ist voller Nachhaltigkeit“ das Tandem für Schleswig-Holstein. Im Frühjahr 2014 wird das Projekt mit der Veröffentlichung eines Fachbuches dann ganz abgeschlossen sein.

Die Präsentation der letzten 6 Monate intensiver Froschkunde erfüllt uns mit Stolz, und wir können mit Sicherheit behaupten, dass „Nachhaltigkeit“ bereits im Elementarbereich ge- und erlebt werden kann. Die Kinder haben nicht nur die verschiedenen Froscharten in ihren unterschiedlichen Lebensräumen und den dazugehörigen Bedingungen kennengelernt, sie wissen auch um die Gefahren, den Nutzen und haben aktiv an verschiedenen Schutzmaßnahmen mitgewirkt. Angefangen beim Bau eines Staudammes, einem Rettungsplan für Lipang -einem „Korallenfinger“-laubfrosch aus Neu-Guinea, dem Besuch der Amphibienaufzuchtstation Geltinger Birk, dem Freistellen eines Laubfrosch-Gewässers, bis hin zur Entmüllung des Naturerlebnisraumes.

Dem Aktionismus sind keine Grenzen gesetzt. Parallel dazu haben wir im heimischen Wald die „Hochzeit“ der Moorfrösche miterlebt und täglich den Zauber der Metamorphose bestaunt. Mittlerweile hüpfen tausende kleine Frösche durch „unser“ Revier. Selbst die „Neuen“ Kinder sind nach nur einer Woche schon froschinfiziert und auch ehemalige Kinder und Jugendliche beteiligen sich an der Umsetzung und dem Gelingen.

Wenn das nicht nachhaltig ist…!!!

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei allen, die an diesem besonderen Projekt mitgewirkt haben!!!

Wir freuen uns auf Ihren/ Euren Besuch am 14.09.2013.

Herzliche Grüße

Udo Harriehausen & Nicole Wedell


November

Viele Frösche auf der Waldbühne

Ja, ja die Frösche… immer wieder Frösche… Frösche von Februar bis September!

Im September feierten wir im Wald unser Froschabschlussfest auf der neuen Waldbühne. Eine ganze Saison mit Fröschen ging mit diesem Fest zu ende. Leider auch mit Froschwetter! Aber trotzdem wunderschön!

Acht Monate Frösche. Man sollte meinen „Oh, Hilfe was machen wir so lange?“ Das ganze hat sich über so einen langen Zeitraum erstreckt und doch war es nie langweilig. Zusammen mit Förster Udo Harriehausen ergaben sich im Laufe des Projekts immer wieder neue Anregungen, Ideen und Aktionen. Manche Inhalte waren vorgegeben und so entstanden Ausflüge nach "Neuguinea", Geltinger Birk, Zoohandlung Ove usw. Aber was für eine Aktion auch geplant war, so stand der Umgang mit unserer Natur und die Wertschätzung eines jeden Lebewesen (bei uns als Beispiel der Frosch) immer im Mittelpunkt.

Das, was wir jeden Tag im Wald leben und erleben ist so schön, weil es so einfach ist. Jeden Grashalm und jedes Quappenei zu schützen und schätzen. Darauf aufmerksam zu machen, dass alles ein Kreislauf ist und somit einen Sinn hat, ist eigentlich ganz einfach, und doch oft so schwer.

Wir hoffen mit unserem Froschalarm (wie die Kinder es rufen) viele zu erreichen. Angefangen mit unseren Waldkindern bis zu allen Anderen, die von uns gehört haben.

Die Waldbühne ist ein wunderbares Mittel, um wichtige Dinge auszusage, oder nette Unterhaltung zu machen. Dorthin führt ein Froschrundgang durch den Wald. Für uns war es ein schöner Abschluss von tollen Erlebnissen. So konnten wir auf unserer Bühne mit einem Froschlied und einem Abspann über unser Projekt zusammen mit der Sing und Tanzgruppe aus der Regenbogenschule und Grünschnabel ein schönes (nasses) Fest feiern. Danke für euer Erscheinen und für das ausgefalle und sehr passende Froschlied. Das Gedicht eines ehemaligen Waldkindes und die Bildergalerie vom Froschkönig, auch von ehemaligen Waldkindern angefertigt, trugen zu einer gelungenen Feier bei. Ein ganz besonderen Dank an Garten-und Landschaftsbau Nielsen, für den Bau und die „Vergünstigungen“. Zusammen mit dem Zuschuss der Gemeinde Mittelangeln konnte die Waldbühne entstehen.

Unsere Waldbühne wollen wir gerne mit allen teilen. Also wer Lust hat eine echte Waldbühne für einen Anlass zu nutzen, der soll sich einfach bei uns melden und dann kann es los gehen.

Zurück zu „unseren“ Fröschen, die sich langsam auf die Suche nach einem geeigneten ruhigen Winterplatz machen und wir freuen uns auf einen hoffentlich schönen bunten Herbst.

Liebe Waldgrüße
Sissel Nielsen

Dezember

Glückliche Frosch- und Kindergesichter trotz der Sturmschäden

„Ich geh mit meiner Laterne… Da oben leuchten die Sterne…“. Soweit stimmt ja auch alles. Aber wohin gehen wir eigentlich, wenn der Wald wegen der Sturmschäden gesperrt ist? Wir könnten auf der Waldwiese immer im
Kreis laufen… mhh, auf die Dauer etwas langweilig.

Wir machen aus dem Laternelaufen einfach ein Lichterfest, soweit die Überlegungen von Nicole und Sissel. Gesagt, getan, und tatenfreudig sind die beiden, die Einladung zum Lichterfest flattert ins Haus.

Die Dunkelheit bricht herein. Alle Waldkinder und -eltern, Verwandte undFreunde versammeln sich waldgerecht verpackt auf dem Hof der Familie Espermüller. Und dann… „Oh wie niedlich!“ Unsere beiden „Waldmamis“ überraschen uns mit kleinen, grünen Froschlaternchen, die sie mit den Kindern mühevoll gestaltet haben. Der Platz wird erleuchtet von strahlenden Frosch- und Kindergesichtern, die sich im Kreis zu „Laterne, Laterne,…“ bewegen. Auch die Bedenken, die Laternen könnten sich durch die echten Kerzen entzünden, erfüllen sich nicht. Es ist windstill auf dem Rehberg.

Wir stiefeln singend über den Feldweg Richtung Wiese. Durch die dunklen Äste schimmert schon von weitem ein Lichtermeer an Kerzen, das der Waldhütte eine geheimnisvolle Stimmung verleiht. Am Ziel angekommen versammeln wir uns um das Lagerfeuer, singen mehr oder weniger lautstark die altbekannten Lieder und drehen uns zu den zwei netten Kühen im Kreis. Alles ist wieder einmal wunderbar vorbereitet… naja, fast alles. Denn das Wichtigste an diesem Abend sind nicht etwa die Kerzen, Laternen oder Lieder, nein. Fragen Sie doch die Kinder! Was darf auf keinen Fall fehlen? Ja, es ist mittlerweile zur Tradition geworden. Sissel und Nicole krempeln schon mal die Ärmel hoch und begeben sich hinter den Tresen. Jetzt spendiert jede Familie eine Thermoskanne mit heißem Wasser und dann heißt es: Hotdogs für alle!! Die zwei Damen am Tresen sind unermüdlich: Würstchen ins Wasser, Brötchen aufschneiden, Würstchen ins Brötchen. Fertig. Wer möchte noch? Und von vorne: Brötchen ins Wasser… ups, Sissel! Na, das üben wir aber nochmal ;-). Es ist genug für alle da und selten haben Hotdogs so lecker geschmeckt.

Während die ersten schon satt auf den Holzbänken sitzen und den Kindern beim Fangenspielen zusehen, genießen andere noch eine Tasse Tee und ein Stückchen von Gabis leckerem Apfelkuchen, der als einziger das Buffet verziert (ein nettes Versehen ;-)).
Alle sind glücklich und zufrieden. Auch als die müden Kinderaugen sich am Abend schließen und die Großen zu Hause gemütlich die Füße hochlegen können. Was Sissel und Nicole jetzt wohl machen? Zuzutrauen wäre es ihnen, nein, den Wald muss jemand anders für uns aufräumen!!

Letztlich war es doch nicht entscheidend, ob wir beim Laternelaufen oder beim Lichterfest waren.Ihr beiden habt euch vom Sturm nicht unterkriegen lassen und uns mal wieder ein rundum gelungenes Fest bereitet, dass von Herzen kam. Und so sagen wir auch von Herzen DANKE!!!

Katrin Hach (& Silke Wamser)