2016


März

Was ist eigentlich das Besondere?

Gerade gestern wurde ich erneut gefragt, was denn nun eigentlich genau der Unterschied zwischen unserem Waldkindergarten und einer  „ganz normalen“ Kita ist. Gute Frage…- klar, wir sind draußen, ja- immer draußen…Aber auch wir  „betreuen“ Kinder im Alter von 3-6 Jahren,  kennen die Bildungsleitlinien, spielen Fingerspiele, singen Lieder, bilden uns fort und unterliegen dem Kinder-und Jugendhilfegesetz. Im Grunde genommen nix Besonderes. Und doch werden wir oft als Exoten gehandelt. Viele Vorurteile halten sich hartnäckig (so z.B. die Annahme, dass der Waldkiga bei Regen geschlossen ist, oder das die Kinder-nachdem sie 3 Jahre mit Stöckern durch den Wald getobt sind- nicht stillsitzen können bzw. nicht ausreichend auf die Schule vorbereitet werden). Die Örtlichkeiten machen augenscheinlich den gravierenden Unterschied. Wenn ich mir die Konzepte und  (Bildungs)Angebote der unterschiedlichsten Kitas genauer angucke, wird mir allerdings deutlich, das genau das der Unterschied ist (unabhängig von drinnen oder draußen).

 English for Kids, Plattdeutsch, Niederdeutsch, Psychomotorik, Bewegungsbaustelle, Kochen, turnen, wandern, Kinderkonferenz, Kinderparlament, Frühstückswoche, Waldtage, Projekttage etc….Zum  „Wohlwollen der Kinder“ werden ( z.T. politisch gefordert) Aktionen geschaffen, die aber meiner Meinung nach leider am Kind vorbeigehen… Wenn ich ein Haus baue, dann fange ich doch unten an. Wenn das Fundament stabil ist, das Mauerwerk und der Dachstuhl steht, fangen wir nicht dann erst an, das Dach zu decken? Lassen wir unseren Kindern doch die Möglichkeit Wurzeln zu entwickeln, bevor sie in der heutigen  „schneller-besser-weiter“ Gesellschaft  bestehen müssen.  

 „Weniger ist mehr!“ –Ist unser Leitsatz, der über allem steht. Es wird nichts initiiert, es ist so echt, wie das Leben nun mal ist. Der natürliche Bewegungsdrang kann jederzeit und unabhängig von festgesetzten Turn/oder Wandertagen ausgelebt werden. Unstimmigkeiten, Auseinandersetzungen und Konflikte werden unmittelbar geklärt. Wer klein ist, ordnet sich vorerst unter(es gilt immer das Prinzip: wir orientieren uns am schwächsten Glied, aber die Entscheidungsgewalt bleibt bei den größeren). Bei Frost wird nicht gebastelt, da müssen wir uns bewegen. Wenn bei feucht- warmem Wetter die Mücken den Wald erobern, treten wir den Rückzug an usw. Alles nichts Besonderes sondern ganz natürlich. Wir leben einfach in und mit der Natur. Ich möchte sogar einen Schritt weitergehen: Wir leben die Reinform, minimalistisch, soviel wie nötig, sowenig wie möglich. Und genau damit erfüllen wir die Bildungsleitlinien in vollem Umfang!!! Das allerbeste: Es braucht nichts! Es kostet nichts (außer einer Portion Mut)! Es tut unheimlich gut und ist ein großartiges Geschenk an unsere Kinder.    

Wer jetzt neugierig geworden ist  diese befriedigende und glückbringende Art der Arbeit kennenzulernen, ist herzlich eingeladen. Bei unserer Jahreshauptversammlung am Mittwoch, den 16.03.16 um 19.30 Uhr im Kulturzentrum in Satrup möchten wir in einem „Bebilderten Vortrag“ einen Einblick in unsere Arbeit ermöglichen. Wir freuen uns über Interessierte, konstruktive Kritiker und Skeptiker-hauptsache wir kommen miteinander ins Gespräch!

Bis dahin, herzliche Grüße aus dem Wald,

Nicole Wedell


Mai

Die „Gefahr“ lauert überall…

Ein schöner Tag im Wald. Es ist trocken, windstill, die Sonne blinzelt durch die noch kahlen Baumwipfel, die Vögel zwitschern und es riecht nach Frühling. Heute wollen wir zum Elfensee, wenn wir Glück haben, sehen (und vor allem hören) wir die Moorfrösche beim ablaichen. Jedes Jahr aufs Neue ein Wunder der Natur. Die Kinder erfreuen sich an einem Eichhörnchen und an 2 Hasen die unseren Weg kreuzen. Schöner kann ein Tag nicht beginnen, doch dann der entsetzte Aufschrei: MÜLL! Unsere Bullerbü-Idylle ist schlagartig getrübt. „Wer schmeißt denn seinen Müll in den Wald?“ „Da können sich doch die Tiere dran verletzen!“ „Oder sie essen das…“ Der Müll landet in unserem Bollerwagen und wir gehen weiter. Keine 10 Meter - der nächste Müll…Und so ist unsere Mission an diesem Tag: Müll sammeln. Es kann sich keiner vorstellen, wieviel und was für ein Dreck wir an einem einzigen Vormittag aus „unserem Revier“ sammeln. Das geht nun schon seit einiger Zeit so, mittlerweile haben wir uns zu echten Müll-Detektiven entwickelt. Bolli ist unsere Müllabfuhr und für unwegsameres Gelände haben wir einen Müll- Rucksack. Soweit so gut, aber: Den Kindern reicht es nicht mehr, nur den Müll einzusammeln und zu sortieren. Sie haben Fragen und suchen nach Antworten! Warum schmeißen Menschen ihren Müll in die Natur? Was passiert damit, wenn wir es nicht einsammeln? Überhaupt, wo bringt denn die Müllabfuhr den Müll hin? Wir informieren uns, recherchieren, machen Versuche, lernen Müll und Material im Einzelnen kennen, möchten einen Recyclinghof besuchen und stoßen auf wirklich erschreckende Fakten, aber: Wir stecken nicht den Kopf in den Sand sondern krempeln die Ärmel hoch! Es gibt so viele Möglichkeiten, der Umwelt (und damit uns selbst) zu helfen. Maßgeschneidert auf unser Projekt veranstaltet die S.O.F. (Save our future) Umweltstiftung am 03.06.2016 (internationaler Tag der Umwelt) einen Bundesweiten Aktionstag gegen Wegwerfplastik und für Abfallvermeidung. Wir nehmen daran teil und brauchen Eure/Ihre Unterstützung!  Jährlich werden in Deutschland mehr als sechs Milliarden Plastiktüten in Umlauf gebracht. Das Fatale daran: Im Durchschnitt landet jede Tüte bereits nach 25 Minuten im Müll. Und eine Plastiktüte hat sich erst nach etwa 500 Jahren „zersetzt“, verrotten tut sie nie! Unser Ziel ist es, eine langlebige Mehrwegalternative anzubieten-gemäß dem Motto: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Am Aktionstag (03.06.16) werden wir vor unserem Einkaufszentrum (Edeka, Aldi, Rossmann) sein und sowohl Informationen als auch Stoffbeutel anbieten. Wer möchte sich daran beteiligen und näht für uns (gerne aus bunter) Bettwäsche, Handtüchern, Tischdecken etc. Stoffeinkaufsbeutel??? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, jeder Beutel ist ein Unikat. Vielleicht hat ja jemand Stoffe über aber kann nicht nähen? Sicher gibt es irgendwo ein fleißiges Lieschen…Die genähten Beutel können bei uns im Wald, der Regenbogenschule oder beim Edeka Markt abgegeben werden. Das eingenommene Geld (1€ pro Beutel) fließt direkt wieder in den Naturschutz!  

Wir- speziell die Kinder sprühen vor Enthusiasmus und Tatendrang und sind sich ganz sicher, dass wir es gemeinsam schaffen, die Welt ein kleines bisschen besser (und sicherer) zu machen! Wir alle haben Müll, produzieren Müll, kaufen Müll. Lasst uns nicht länger weggucken-für unsere Kinder, für unsere Erde, für uns alle!

Wer dazu Fragen oder Anregungen hat, bitte melden! 0170/2959282 oder brieftaube@naturkindergarten-satrup.de

Liebe Grüße und bis bald,

Nicole Wedell


Juni

Das geht uns alle an…

Vor ca. 150 Jahren kam ein normaler Haushalt mit 150 Dingen aus. Den persönlich „Reichtum“ bzw. Überfluss nicht mitgezählt sind es heute etwa 20.000!!! Unser Alltag veränderte sich tiefgreifend mit der Erfindung des Kunststoffes vor ca.100 Jahren. Zunächst eine bahnbrechende Erfindung- vielseitig einsetzbar, widerstandsfähig, langlebig, leicht, abwaschbar etc…-für viele Bereiche grundsätzlich wertvoll. Von uns Menschen aber leider oft nur für eine kurze Zeit genutzt und dann achtlos weggeworfen, wird diese Erfindung zu einer echten Gefahr. Die Folgen sind traurig, erschreckend und besorgniserregend. Sechs Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr im Meer. Weit über 650(!) verschiedene Arten leiden unter dem Müll. Tiere die Plastik verspeisen, verhungern mit vollem Magen oder erleiden innere Verletzungen. 95% der Vögel haben Plastikteile im Magen. Oder sie bauen ihre Nester daraus und strangulieren sich selbst. Letztendlich schließt sich der Kreis aber wieder und die Giftstoffe landen auf dem Teller der Verursacher. Korallenstöcke, Schwämme und Muschelbänke sind gefährdet, ganze Lebensräume bedroht! „Ich schmeiß meinen Müll nicht einfach irgendwohin-ich entsorge fachgerecht über den gelben Sack!“ Diese Form der Verwertung ist ökologisch zwar weniger bedenklich als die Enstsorgung im Meer, hat aber auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Hier werden Teile zwar recycelt, der weitaus größere Teil wird aber verbrannt. Dabei gelangen große Mengen CO2 in die Atmosphäre-stichwort Treibhauseffekt.

Und: wusstet Ihr, das in den meisten Zahnpasten, Duschgels, Cremes etc. Mikroplastiken sind um den Reinigungseffekt zu verstärken? Mit jedem Duschgang, jedem Zähneputzen gelangen so kleinste Plastikteilchen übers Abwasser ins Meer. Fleecepullis und andere Kunstfasertextilien geben bei jedem Waschgang Partikel ab…Höchste Zeit zu handeln!!! 

Die Beste und nachhaltigste Lösung ist Plastikmüll zu vermeiden.

                                      Am Freitag, 03.06.2016 von 9.00-12.00 Uhr                                                                 

verkaufen wir vor dem Edeka Markt selbstgenähte Mehrwegstoffbeutel, spenden den Erlös  einer Umweltorganisation und  informieren über unser „Müllprojekt“.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Schüler/innen der Regenbogenschule und der Struensee Gemeinschaftsschulefür die Plakate und die genähten Beutel, an die Eltern, Großeltern, Freunde und Nachbarn die uns bei dieser Aktion unterstützen!   

Vielen Dank, liebe Grüße und bis Freitag;-)

Nicole Wedell                                                 

Kontakt. 0170/2959282 oder brieftaube@naturkindergarten-satrup.de


November

Was seht Ihr?                                                                                                                                                                     

Kinder im Wald, an einer großen Pfütze. Sie spielen und haben (vermutlich) Spaß…

Ja, das sehen Sissel und ich genauso. Aber schaut mal genauer hin…noch genauer…Was seht ihr noch? Wir haben das große Glück, solche und ähnliche Situationen fast täglich zu erleben. Sobald die Kinder einen Platz gefunden haben wo sie sich vertiefen, ziehen wir uns ein Stück zurück, beobachten und- staunen. Dieses scheinbar „einfache“ und „sinnlose“ Stöcker oder Steine in Pfützen werfen, kann an (Lern)-Inhalten nicht getoppt werden!!! Kein Bestimmungsbuch, kein Brettspiel, kein Lerncomputer- nix und niemand auf dieser Welt beinhaltet so viele Möglichkeiten wie die Natur. Gekauftes Lern- und Spielmaterial verfolgt immer einen Zweck. Es ist fokussiert auf einen bestimmten Bereich und weit entfernt von“ ganzheitlich“. Im wirklich „freien“ Spiel öffnen die Kinder alle Kanäle und lernen so- völlig zweckfrei- sich und die Welt verstehen.

Zurück zum Foto. Während des ca. ½ stündigen Aufenthaltes an der Pfütze haben wir folgendes gesehen: Die Kinder erleben Grenzerfahrungen. (Bis wohin kann ich gehen, bevor der Matsch meinen Gummistiefel frisst? Nasse Füße bedeutet, das Spiel ist(erstmal) vorbeiL). Sie entwickeln ein mathematisches Verständnis. (Mein Stock ist länger, damit kann ich gucken wie tief das Wasser ist). Sie schulen ihre Kommunikation. (Achtung, hier kommt mein Piratenschiff). Sie schärfen ihre Wahrnehmung, alle Sinne werden gleichermaßen angesprochen. (Wenn ich den Stein ins Wasser schmeiße macht es platsch(hören), es entstehen Wasserringe(sehen), das Wasser ist kalt(fühlen), Pfützen Wasser riecht unterschiedlich(riechen), und ein Tropfen, der am Mund gelandet ist und weggeschleckt wurde, wird als „nicht salzig“ identifiziert(schmecken). Die Phantasie der Kinder wird angeregt. (Durch nicht klar definierbares „Spielzeug“ wird ein Stock zum Mikrofon, eine Rinde zum Handy und ein Stein zum Diamanten). Sie lernen erste physikalische Gesetze. (Der Stein versinkt, das Blatt schwimmt). Sie erkennen naturwissenschaftliche Zusammenhänge. (Der bröckelige Lehm aus der Baumwurzel wird formbar und geschmeidig, wenn ich ihn kurz in die Pfütze halte). Sie erlangen Sozialkompetenz. (L. möchte sein Blätterschiff von der einen auf die andere Seite schicken, F. hilft, indem er vorsichtig mit einem Rindenstück Wellen macht). Sie lernen Empathie zu empfinden. (Das Blätterschiff sinkt, weil ein Kind von der Gegenseite Wellen macht). Sie entwickeln Lösungsstrategien. (Kann auch ein Stein von einer auf die andere Seite schwimmen? Vielleicht auf einem Rindenstück?). Sie erlangen Handlungskompetenz. (Ich hab eine Idee, lass es uns so und so versuchen). Sie schulen ihre Kreativität. (L. bastelt aus einer Bucheckernhülle, zwei Blättern und einer Lehmkugel einen Waldwichtel, der am Ufer der  Pfütze wohnt). Sie entdecken und vertiefen ihre musischen Fähigkeiten. (J. und S. trommeln mit zwei Stöckern abwechselnd auf den Boden und das Wasser. Sie entwickeln ihren ganz eigenen Rhythmus). Sie setzen sich mit der Natur auseinander. (Wer lebt hier am und im Wasser?) Sie fördern ihre Gesundheit. (Durch viel Bewegung an der frischen Luft wird die Grobmotorik geschult (ohne Grobmotorik keine Feinmotorik) und das Immunsystem wird gestärkt)…Diese Liste kann beliebig erweitert werden. Exemplarisch an dieser einen Spielsituation wird deutlich, dass die Bildungsleitlinien keine eigens dafür angelegten „Bewegungsräume“ brauchen, kein teuer gekauftes Spielmaterial, farbliche Mengenstäbchen, Rechenschieber oder Reagenzgläser. Durch den Frühförder-Wahn, die Ganztagsbetreuungen und den Freizeitstress haben immer weniger Kinder die Möglichkeit, einfach zu spielen. Gut behütet werden sie von einer Aktivität zur nächsten chauffiert, mit Spielzeug, Lernmaterialen und Angeboten überhäuft, immer im Dunstkreis der“ Großen“, die wohlwollend versuchen genügend  Input zu geben…Und dann wundern wir uns, warum ihnen trotz eines Spielwarenladen ähnlichem Kinderzimmer langweilig ist??? 

Bei uns dürfen und sollen(!) die Kinder  S-P-I-E-L-E-N…völlig zweckfrei, hier gibt es keine Gewinner oder Verlierer, hier gibt es kein Ende und es gibt auch keine gutgemeinten Ratschläge von den ach so schlauen Erwachsenen wenn mal jemandem „langweilig“ ist. Hier gibt es viel Natur- Raum und Zeit-in unseren Augen die besten Lehrmeister und für kein Geld der Welt zu kaufen!!!                                                  

Liebe Grüße aus dem Wald,                                                                                                                                        Nicole Wedell                                                                                                                       brieftaube@naturkindergarten-satrup.de oder 0170/2959282


Dezember

Mein Baum
Was ist eigentlich ein Baum? Liest man im Duden nach, wird er als „Holzgewächs mit Stamm aus dem Äste wach-
sen“ definiert. Die moderne Holzwirtschaft beurteilt Bäume in erster Linie nach ihrem wirtschaftlichen Vermark-
tungswert. Naturliebhaber schätzen den Erholungswert und den vielseitigen Lebensraum für Tiere. Wissenschaftlich betrachtet sind Bäume gigantische CO2 Staubsauger und ein einzelner Baum liefert pro Stunde 1200 Liter Sau-
erstoff.
Fragt man aber „unsere“ Kinder, hört man als Antwort: (M)ein Baum ist (M)ein Freund! Im Laufe der letzten Monate hat sich jedes Kind seinen Lieblingsbaum im Wald gesucht. Es wird nicht einfach irgendein Baum auserwählt jeder einzelne wird sorgfältig und genauestens beäugt, befühlt, bestaunt. Der eine liefert uns besonders schöne Bucheckern, ein anderer ist prima zum Klettern geeignet und der nächste hat besonders schöne Zapfen.
Es sind große Exemplare dabei, kleine, raue, glatte, welche mit Blättern, andere mit Nadeln. Einige Bäume findet man entlang unseres Froschpfades, auf dem Rehplatz, am Elfensee, entlang des Geheimweges und am Pixie-Platz. Regelmäßig besuchen wir unsere Bäume und beobachten, ob und wie sie sich verändern. Jedes Kind erstellt einen Steckbrief für seinen Lieblingsbaum. Wir messen den Umfang, sammeln Früchte, Blätter und Nadeln, bestimmen Standort und besondere Merkmale.
All diese Informationen und Kenntnisse werden in einem Baum Buch zusammengefasst. Millie, eine kleine Stoffeule, ist bei all diesen Abenteuern immer dabei. Als typischer Baumbewohner hat sie natürlich ein großes Interesse an unserem Projekt. Ganz besonders emotional und anrührend wird es, wenn ein Baum eine Geschichte zu erzählen hat. Das Kind lauscht an „seinem“ Baum und erzählt der Gruppe anschließend, was es gehört hat. Ein Baum z.B. erzählt von Räubern, die früher im Wald waren. Einer berichtet von seinen Freunden,den Pilzen. Einer fühlt sich an seinem Platz sehr wohl und mag es, wenn der Wind seine Blätter durchwuschelt. Eine sehr alte Fichte bittet darum, dass wir ihr die runtergefallenen Zapfen in ihre Baumwurzelhöhle zurücklegen…

Die Kinder fühlen sich mit ihrem Baum so verbunden, dass sie ihn ohne jegliche Kennzeichnung tatsächlich unter all den Bäumen jedes Mal wiederfinden. Mehr noch, selbst die Bäume der andern Kinder sind ganz klar im Bewusstsein jedes einzelnen. Das Interesse an den Zusammenhängen der Bäume, der Lebewesen im Wald und uns Menschen ist angeregt. Für Fragen wie: Warum werden die Bäume gefällt? Was passiert mit den Stämmen, die am Wegrand liegen? Tut es dem Baum nicht weh wenn er gesägt wird? haben wir unseren lieben Förster Udo Harriehausen gewinnen können und ein  Besuch beim Sägewerk zeigt uns, wie aus einem Stamm Bretter entstehen. Die Erkenntnis, dass Menschen  unterschiedliche Ansprüche an den Wald haben, wird uns noch über die Grenzen Mittelangelns bis in die weite Welt  „entführen“. Es ist ein Bewusstsein geschaffen, die Bäume, den Wald und die Natur nachhaltig schützen zu wollen. Wir sind sehr gespannt, welche Wunder wir auf unserem Weg noch erleben dürfen…

„Besuch mal wieder einen Baum und lehn Dich an!“

In diesem Sinne wünschen wir allen eine besinnliche und freudige Vorweihnachtszeit, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!

Herzliche Grüße aus dem Wald,
Nicole Wedell