2009


Februar

Im Winterwald

Am 19.12.08 haben wir das Kindergartenhalbjahr mit einer Weihnachtsfeier auf „unserer Wiese am Wald“ abgeschlossen.

Die Kinder haben den Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunden die Geschichte “Mischa sammelt Weihnachtswünsche“ vorgespielt. Danach haben wir gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und Gedichte gehört. Zur großen Freude aller Kleinen und Großen kam auch in diesem Jahr wieder ein „Helfer vom Weihnachtsmann“ zu uns. Vielen Dank!!!

Unsere ersten Kindergartentage im Neuen Jahr konnten wir im Schnee genießen. Es ist unglaublich schön mit dem Schlitten durch den verzauberten Winterwald gezogen zu werden. An einem Tag trafen wir uns direkt auf dem Rodelberg und haben dort viel Spaß gehabt. Der Schnee eignet sich natürlich auch hervorragend um Tierspuren zu suchen und diese dann zu verfolgen. Auch in dieser eher „tristen“ Jahreszeit gibt es für uns im Wald viel zu entdecken. Es ist eine wahre Freude zu erleben, was die Natur an Spiel- u. Lernkompetenz bietet und wie die Kinder das umsetzten. Wir hoffen, dass wir nochmal ein bisschen Schnee kriegen, bevor wir uns dann auf die ersten Buschwindröschen und das „wieder erwachen“ unseres Waldes freuen.

Winterliche Grüsse
Nicole Wedell


März

Winterliche Aktivitäten

Auch wenn zurzeit niedrige Temperaturen und nasses Wetter vorherrschen und man geneigt ist, sich im warmen Haus aufzuhalten, verbringen die Jungen und Mädchen des Waldkindergartens ihren Vormittag draußen in der Natur. Aber die Kleinen wissen sich gegen die Unbilden des Wetters zu schützen. Mehrere Kleidungsschichten und ein durchgehender Skioverall schränken zwar die Mobilität etwas ein, aber halten schön warm. Sollten Sie an einem Vormittag im Rehberger Wald unterwegs sein, haben Sie gute Chancen, die kleinen „Marsmenschen“ bei ihren Aktivitäten zu treffen.

Mit viel Neugierde und einem starken Entdeckungstrieb ausgerüstet, begeistern sich die Kinder besonders für große und kleine Tiere. Und da hat der Wald eine Menge zu bieten. Vor einigen Tagen präsentierte sich das Prachtexemplar eines Regenwurmes auf dem feuchten, matschigen Waldboden. Es war selbstverständlich, dass er gebührend begrüßt werden musste – natürlich auf Augenhöhe und somit also liegend im Matsch! Da solche Beobachtungen eher die Regel als die Ausnahme sind und auch Tobereien bei jedem Wetter zum Alltag gehören, haben die Mütter an so manchem Tag Schwierigkeiten, beim Abholen ihre „Erdmännchen“ ausfindig zu machen.

Die Hosen sind von einer gleichmäßigen, braunen Erdschicht überzogen und Farben kaum noch erkennbar. Und trotzdem – wo kann Natur intensiver erlebt, wo die Jahreszeit besser erfahren werden? Für die Kinder sind das wertvolle Erlebnisse, die sie prägen und sie mit einem intensiven Erfahrungsschatz ausrüsten.

Im Februar bekam der Kindergarten ungewöhnlichen Besuch! Zwei Polizisten kamen mit ihrem Einsatzfahrzeug und eingeschaltetem Blaulicht zur Waldwiese und waren die Attraktion des Tages. Ein Gegenbesuch in der Satruper Polizeistation ließ nicht lange auf sich warten. Gespannt erkundeten die Kinder im Rahmen eines kleinen Ausflugs die Räumlichkeiten – nur schade, dass keine vergitterten Zellenfenster zu finden waren. Doch die Kinder durften Ausrüstungsgegenstände eines Polizisten ausprobieren und sogar einem Schutzmann probeweise Handschellen anlegen. Auch das Polizeiauto mit seinem Funkgerät konnte genau inspiziert werden. Höhepunkt war aber ein Polizeihund, der im Rahmen einer kleinen Vorführung sein Können zeigte. Wir danken den Satruper Polizisten für den interessanten Besuch und für die gelungene Überraschung mit dem Hund.

Nach einem kurzen Besuch im ADS-Kindergarten wurde dieser besondere Tag in der Satruper Bücherei beendet. Dort erwartete uns bereits die Bibliothekarin Frau Schreier mit einem großen Stapel passender Bücher über die Arbeit der Polizei.

Am nächsten Tag im Wald war es wieder kalt und winterlich, denn es hatte in der Nacht geschneit. Alle Kinder trafen sich auf der Rodelbahn und erzählten eifrig von den Erlebnissen des Vortags – sozusagen von Schlitten zu Schlitten.

Sissel Nielsen


April

Von Kindern lernen…
Jeden Tag ein „Waldspaziergang“?

Immer draußen??? Langeweile??? Fit für die Schule??? Das sind nur drei, der häufigsten Fragen zu unserem  Naturkindergarten. Natürlich wissen alle Eltern, dass frische Luft wichtig für unsere Kinder ist. Aber immer und zu jeder Wetterlage? Kommt die körperliche und geistige Entwicklung hier denn nicht zu kurz, was ist mit der sozialen Kompetenz und erst der Lernkompetenz?

Zu diesen Gedanken und durchaus verständlichen Fragen kommen dann noch Zweifel, ob mein Kind nach 3 Jahren Wald vielleicht gar nicht mehr am Tisch sitzen kann und statt eines Stiftes nur einen Stock halten kann.

Im Gegenteil!

Wir möchten Sie einladen zu unserer „Wanderausstellung“, denn hier wird schnell klar, was für ein Geschenk wir unseren Kindern mit der Erfahrung Naturkindergarten machen können und wie weit Bildung gehen kann. Bildung in allen Bereichen für eine nachhaltige Entwicklung wird hier gelebt. Mit der täglichen Herausforderung der Natur erwerben Kinder Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen für ihr späteres Leben. Alle Sinne werden angesprochen, Beweglichkeit und Kreativität gefördert, das Immunsystem gestärkt. Eine ausgeprägte Grobmotorik ist die Basis für eine funktionierende Feinmotorik.

Freuen Sie sich auf unsere „Wanderausstellung“, einem selbstentworfenen Baum, ab dem 01.04.2009 im Edeka-Aktivmarkt in Satrup. Lassen Sie sich überraschen und holen Sie sich die Antworten auf Ihre persönlichen Fragen. Unsere „Waldkinder“ haben hier fleißig mitgearbeitet und viele dieser Fragen wie selbstverständlich beantwortet.

Ein Naturkindergartenaufenthalt ist eben kein Waldspaziergang, nicht für Kinder und nicht für Erzieher, er ist der glückliche Start in ein lebenslanges Lernen.


Juni

„Unser“ Frühling

Wir genießen die wärmeren Tage und wissen sie nach diesem Winter auch zu schätzen. Jeden Tag Natur pur, die Blumen blühen, die Bäume werden grün. Es ist schön.

Unsere allererste Tat nach den Osterferien: Den Winter gänzlich mit einem Lagerfeuer vertreiben. Das Feuer war ein Frühlingsfest mit gegrillten Würstchen und leckerem Stockbrot.

So, jetzt sind die dunklen Tage vorbei! Viele schöne „Termine“ standen an. Ein Besuch bei der Mühle in Schwensby war unser erstes Highlight. Der Müller höchst persönlich zeigte und erklärte uns alles ganz genau. Zum Schluss kauften wir uns alle eine Tüte Weizenfeinschrot in einem kleinen Mühlenladen, mit dem beigelegten Rezept konnten wir uns zu Hause leckere Brötchen backen.

Ein weiterer „Termin“ war der Muttertag, ein ganz besonderer Anlass seine Mutti richtig zu verwöhnen. Die Kinder haben ihre Mamas in den Wald eingeladen, um ihnen ein schönes Frühstück zu bereiten und sie mit einer Massage zu überraschen. Leider wollte das Wetter nicht wirklich mitspielen und bescherte uns einen stürmischen Tag. Aber der Retter in der Not ist „unser“ Bauer Peter, bei dem wir uns für seine unkomplizierte Hilfe bedanken wollen. Er räumte kurzerhand die Scheune aus und holte uns genügend Strohballen, damit unsere Mütter bequem sitzen konnten. Die Kinder belegten Brötchen und bereiteten alles vor. Es wurde ein gemütliches Beisammensein.

Einer der liebsten „Termine“ ist unser Besuch auf dem Biohof Ankersolt. Wir sind unglaublich stolz darauf so häufig das Geschehen auf dem Hof zu jeder neuen Jahreszeit erleben zu dürfen. Vielen Dank liebe Anne für deine Mühe und den immer hohen Erlebniswert. Diesmal durften wir die Hühner füttern und auf die Wiese locken, die Lämmer streicheln, im Stroh frühstücken und natürlich Gino, den Bullen besuchen. Zum Schluss konnten wir vom Feld jeder eine Ackerbohne ausgraben und mit nach Hause nehmen. Vielen Dank für den schönen Tag!

Nach so vielen Ereignissen, ist es schön sich wieder in den Wald zurückziehen zu dürfen, um das Erlebte zu verarbeiten und die Ruhe der Natur zu genießen.

Sissel Nielsen


Juli

„Bald geht die Schule los,

denn ich bin jetzt schon groß -
ich komm in die Schule:
ist das nicht famos?

Ja, das ist famos. Das Thema „Schule“ wird bei uns großgeschrieben. Nachdem wir im Mai bereits schon einmal die Möglichkeit hatten mit unseren Schulis Unterricht in einer ersten Klasse mitzuerleben, durften wir vom 03.06.-05.06.09 einen „eigenen“ Klassenraum belegen. Besonders toll für die Kinder war ein Gefühl dafür zu bekommen, wie lange eine Unterrichtsstunde ist und dass es danach Pausen gibt, in denen man wieder spielen kann. Am ersten Tag standen die Kinder nicht weiter als 3 Meter von mir entfernt auf dem Pausenhof - sichtlich überrascht wie viele Kinder sich dort lautstark treffen. Mit jeder Pause wurden sie sicherer und auch selbstständiger und schon am zweiten Tag haben sie es alleine geschafft, pünktlich von der Pause in den Klassenraum zu finden.

In diesen 3 Tagen haben sie ein großes Stück Sicherheit gewonnen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team der Regenbogenschule Satrup für die gute Zusammenarbeit. Unsere „Großen“ können es nun kaum mehr erwarten bis es endlich losgeht.

Am 15.06.09 stand unsere „Vorschulkinder-Abschlussprüfung“ an. Die Schulifahrt führte uns in diesem Jahr zum Heuhotel Reumoos nach Grundhof. Bewaffnet mit Kuscheltier und Schlafsack haben alle 8 Kinder die Nacht ohne Mama oder Papa im Heu verbracht. Es gab eine Schatzsuche, wir haben viel gespielt und gelacht und durften uns den Hofeigenen Melk-Roboter ansehen.

Als die Kinder am nächsten Tag wieder den Eltern übergeben wurden, konnte man deutlich sehen, wie jedes einzelne ca. 5 cm gewachsen ist. Die Schulimappen sind gut gefüllt, der Geheimweg alleine zum Rehplatz mehrfach bewältigt und das nötige Selbstvertrauen vorhanden. Wir entlassen unsere Schulis zwar nur ungern aber mit einem guten Gefühl in die Schule. Am 17.07.09 werden sie dann „offiziell“ aus dem Kindergarten rausgeschmissen.

Nicole Wedell


August

„Jippi, Papa, wir zelten im Wald…“,

rief meine Tochter und sprang mir lachend auf den Arm. „Das ist ja eine klasse Idee” war mein erster Gedanke. Doch schon nach kurzem Nachdenken kamen die ersten Zweifel. Zelten, im Wald, ohne Dusche, Toilette und Kaffeemaschine!!! Wie soll das denn funktionieren?
Über die Dinge, die für meine Tochter täglich selbstverständlich sind, machte ich mir plötzlich Gedanken.

Dank toller Wetterplanung trafen wir uns also, bei Sonnenschein, alle auf dem Hof Espermöller. Dort wurden wir von zwei ehemaligen Waldkindern Telse und Jes-Oke (vielen Dank noch mal an euch) mit Anhängern fürs Gepäck auf unsere Wiese begleitet und machten uns mit den Kindern ans Zelte aufbauen.

Fürsorglich wie ich bin, hatte ich natürlich den Ehrgeiz unser Zelt sauber und mückenfrei zu halten. Diese Fürsorge schlug nach 5 Minuten um in Resignation. Denn natürlich lud meine Tochter die gesamte Rasselbande in unser Zelt ein. Ich schlug den Aufstand des „HB-Männchens“ nieder und mir wurde bewusst, wie unbedeutend meine Sorge war. Die Kinder waren in ihrem Element und ich konzentrierte mich auf die letzten Heringe.

Jetzt konnte das Männerabenteuer also beginnen. Meine Tochter nahm mich an die Hand und wir gingen zusammen mit den anderen Kindern und Papas in den Wald. Schon nach kurzer Zeit machte sich der pädagogische Einfluss von Sissel und Nicole bemerkbar: die Wartepunkte wurden eingehalten, jeder hat auf den anderen aufgepasst und Schnecken wurde auch keine verköstigt. Die aufgestellten Waldregeln werden von den Kindern so strikt befolgt, dass ich darüber nachdachte solche Wartepunkte auch zu Hause einzurichten: Wartepunkt Zahnputzbecher, Wartepunkt Abendbrottisch, Wartepunkt Haarshampoo.

Hier achtet zweifellos jeder auf jeden und so erreichten wir wohlbehalten unsere Ziele und lernten nach und nach einige Plätze des Waldkindergartens kennen. Unter anderem transportierten wir die Sitzgelegenheiten der Kinder vom Lehmplatz zum Froschplatz, da dieser aufgrund der Gefahr von herabfallenden, morschen Ästen zurzeit vom Förster gesperrt ist. So rollten, trugen und kullerten wir die Baumstämme fröhlich durch den Wald. Es war wirklich schön zu beobachten, wie „zuhause“ unsere Kinder im Wald sind.

Zurück auf der Wiese wurde der Grill angefeuert und das mitgebrachte Büffet aufgebaut. Nachdem wir alle satt waren, spielten unsere Kinder ausgelassen auf ihrer Wiese. Erst als Sissel zur Gute Nacht-Abenteuer-Geschichte rief, kamen alle kleinen Waldgeister zu uns zurück. Gespannt hörte auch ich zu und die Müdigkeit schlich sich nach sooo viel frischer Luft langsam ein.
Anschließend Zähne putzen, Gesicht waschen, Creme ins Gesicht! Wirklich kein Problem ohne Waschbecken und für meine Tochter wie selbstverständlich - auch im Wald!

Nach dem ersten „Gute Nacht“ sagen, verschwanden wir mit unseren Kindern in den Zelten, fest der Meinung sie seien hundemüde. Sicher war, dass wir kein Kind mehr gesehen haben, aber lange noch gehört: „Gute Nacht Lene“, „gute Nacht Scorlan“, „gute Nacht Rob“, „gute Nacht Nicole“! So ging es noch sehr lange.
Nachdem die Kleinen endlich eingeschlafen waren, machten wir Väter es uns bei Kerzenschein in einer kleinen Runde gemütlich, bis auch der letzte Vater in sein Zelt fand.

Nach einer kurzen Nacht waren die ersten Kinder so gegen 5:30 Uhr hellwach und liefen in ihren Schlafanzügen in die Nachbarzelte. Bei mir dauerte das Aufstehen übrigens etwas länger, da mein Rücken mit meinem Nachtquartier wohl nicht ganz einverstanden war.

Um 8:00 Uhr kamen dann die Mamas und Geschwister und alle stürzten sich auf das mitgebrachte Frühstücksbüffet. Später bauten wir gemeinsam die Zelte ab und sammelten unsere Waldkinder ein. Es war gar nicht so einfach, denn selbst die Geschwisterkinder wären gerne noch geblieben und hätten weiter Kröten erforscht und Abenteuer gespielt.

Für uns Väter war es ein gelungenes Abenteuer, das mit viel Liebe umgesetzt wurde, dafür noch mal ein großes Dankeschön an Nicole und Sissel, Ihr seid spitze!

Es erscheint im ersten Moment alles immer etwas schwieriger in der Natur, aber so unbefangen, wie die Kinder damit umgehen, ist es das einfachste Geschenk was man ihnen machen kann.
…übrigens: Kaffee gab es, dank Nicole´s jahrelanger Outdoor Erfahrung, frisch aufgebrüht schon gegen 7:00 Uhr!

Ein Vater, der beim nächsten Mal wieder mit dabei ist!


September

Abschluss und Neubeginn eines Kindergartenjahres

Mit dem Beginn der Sommerferien ging auch im Naturkindergarten wieder ein Jahr zu Ende. Für unsere werdenden Schulkinder war der letzte Tag im Kindergarten ein ganz Besonderer, denn sie wurden zum Abschluss „herausgeschmissen“. Wie in den Vorjahren, war dieser Rausschmiss im wörtlichen Sinne zu verstehen.

Zunächst fand auf der Wiese am Rehberger Wald die offizielle Feier statt. In diesem Rahmen führten die älteren Kinder ein lustiges Theaterstück mit dem Titel „Der Ernst des Lebens“ auf, bei dem es um erste Schulerfahrungen und Erkenntnisse ging. Anschließend konnten alle Gäste, gekommen waren Eltern, Großeltern, Ehemalige und Bekannte, sich am Büffet stärken und sich von den Kindern, die inzwischen zu „Waldprofis“ geworden sind, Tiere und Pflanzen zeigen lassen. Auch Wasserbahn, Wippe, Burg und Sandhaufen luden zum gemeinsamen Spielen ein.

Schließlich sammelten sich aber alle Besucher für den Höhepunkt der Veranstaltung. Nach persönlichen Abschiedsworten für jedes Kind erfolgte mit einem kräftigen Schwung der sprichwörtliche „Rausschmiss“ der Schulkinder von der Waldwiese durch die Erzieherinnen Nicole und Sissel.

Die Freude über die stolzen Schützlinge wurden von einigen Wehmutstränen begleitet, doch da es inzwischen angefangen hatte zu regnen, wurden sie schnell weggespült. Alle Besucher verließen die Waldwiese mit dem Gefühl, eine schöne Veranstaltung erlebt zu haben.

Wir danken allen Eltern für das reichhaltige Büfett und für das Schmücken der Waldhütte.
Nach dem Ende der Sommerpause hat der Kindergarten inzwischen wieder seine Arbeit aufgenommen. Wir konnten bereits unsere Jüngsten Kerrin, Silas, Jula, Lukas, Elias, Jana, Aron und Daaje begrüßen und hoffen, dass sich alle inzwischen eingelebt haben. Spannende Erlebnisse im bevorstehenden Herbstwald warten nun auf alle Waldkinder!


Oktober

„Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!“

…von seiner schönsten Seite!!! Von heftigen Herbststürmen und Regenschauern sind wir bislang verschont worden und genießen das unglaublich tolle Wetter in vollen Zügen. Wir haben selbst gesammelte Brombeeren zu Marmelade verarbeitet und staunen täglich welche farbenfrohen Schätze der Wald für uns bereithält.

Nun freuen wir uns schon sehr auf unseren ersten Biobauernhof Ankersolt-Termin mit den neuen Kindern. Was wohl aus den Ackerbohnen geworden ist? Und schläft „Gino-der Bulle“ wieder im Stall?


November

Der Herbst macht bescheiden!

Der Herbst ist in den Wald eingekehrt mit allen seinen schönen Seiten, wie z.B. bunten Blättern, vielen Herbstfrüchten, frischer Luft und der tief stehenden Sonne, die alles mit einem goldenen Schein versieht. Er macht aber auch bescheiden. Die Natur stellt sich mehr und mehr in den Vordergrund. Sie bestimmt vorrangig mit, wie wir unseren Tag im Naturkindergarten gestalten. Wir, die jeden Tag draußen sind, müssen uns darauf einstellen. Wenn Igel anmalen und ausschneiden auf dem Programm stand, geht das mit Handschuhen nicht mehr. Nach dem Motto: „ich will aber“, davon lässt sich die Natur nicht beeindrucken. Das heißt sich anpassen und neue Ideen entwickeln. Die Kinder wie wir Erwachsene.

Plötzlich ist es morgens so kalt, das man Handschuhe braucht. „Mmh, mit Handschuhen schnitzen, wie geht das denn? Fühlt sich ganz anders an als sonst. Ist gar nicht so einfach. Aber geht doch“. Oder: „Mein Po wird kalt, wo ist eigentlich meine Isomatte? Ich hole sie mir lieber aus dem Rucksack. - So ist es besser.“ Alle spüren plötzlich ihre Grenzen, die die Natur ihnen aufzeigt. Kalt ist kalt, da spüre ich, das ich das respektieren muss, weil es mir sonst nicht gut geht. „Was mache ich heute? Es ist zu windig, um still zu sitzen. Mmh, ich spiele erst mal Pferd mit Julia, vielleicht haben Scorlan, Lucca und Lene Lust mitzumachen.“ Rollenspiele sind in dieser Zeit sehr beliebt und nach der Eingewöhnungsphase genau das richtige Mittel, um eine Gruppe zu festigen und den sozialen Kontakt zu fördern. Die Kinder reden und verhandeln mit einander: „Wer spielt die Mutter? Ich möchte gerne das Kind sein!“ „Nein, ich bin schon das Kind, du kannst das Pferd sein!“ „Ich will aber das Kind sein, du kannst doch der Hund vom Kind sein!“ Die Kinder müssen mit sich klarkommen in der Gruppe. Wenn das Angebot wegen des Wetters eingeschränkt ist, stellen sie sich der Aufgabe, um immer spielen zu können. Sie gehen Kompromisse ein, sie reden miteinander, sie wollen dazugehören, sie sind bescheidener.

Die Herbst- und Wintersituation fordert eine bestimmte Bescheidenheit ein. Wir freuen uns über kleine Dinge, wie z.B.: “Heute ist kein Wind, der an mir reißt. Das fühlt sich gut an“, „ich kann heute im Weidentippi frühstücken. Es regnet nicht“, „der Sand ist nicht gefroren, ich baue eine schöne Burg“, „es hat geregnet, dann ist der Lehm schön matschig.“ Wir freuen uns über ein schönen warmen Kakao zum Frühstück und dass heute vielleicht doch noch die Sonne durchgekommen ist.

Unsere Oktober-Erlebnisse: Endlich kam die große Apfelpresse wieder auf den Hof Espermüller. Ein riesiges Geschütz, das laut war und gewaltig aussah. Es fraß die Äpfel in einem großen Trichter und presste schließlich den leckeren Saft aus den Früchten aus. Zurück blieb eine komische, völlig trockene Masse, die einmal Äpfel waren. Der Saft wurde in großen Bottichen aufgefangen, erhitzt und in Kanister abgefüllt.

Im Anschluss haben wir zu Feier des Tages unser Erntedankfrühstück abgehalten. Wunderschönes Wetter und ein super leckeres und reichhaltiges Frühstückbuffet. Jeder hatte etwas für unser Erntedankfrühstück dabei und wir haben alles mit Heißhunger gemeinsam verzehrt.

Der BioHof Ankersolt darf natürlich in unserem Herbstprogramm nicht fehlen. „Unsere“ Ackerbohnen waren abgeerntet und jetzt war Dinkel ausgesät worden. Wir durften die ersten Keimlinge ausgraben. Winzig klein sind sie noch. Richtig spannend wurde es erst, als wir die neuen Hühner besuchen konnten. Die waren noch ganz aufgeregt und liefen ganz wild im Kreis. Wir mussten uns ganz ruhig verhalten. War gar nicht so einfach. Bei den „alten“ Hühnern war es natürlich alte Gewohnheit. Wir nahmen „unsere“ kleinen Futterkörbchen und lockten alle Hühner nach draußen. Es sind schon beeindruckend viele Hühner, die auf einen zukommen. Die neuen Kindergartenkinder hatten zunächst großen Respekt vor so vielen Zweibeinern, aber das legte sich schnell wieder. Ein Riesenerlebnis.

Sissel Nielsen


Dezember

DANKE!!!

Wir sind überwältigt von der großen Hilfs- und Spendenbereitschaft die wir in der letzten Zeit erleben durften und möchten uns von ganzem Herzen bei allen Menschen bedanken, die uns auf so vielfältige Weise unterstützen.

Bei der Familie Espermüller, die uns seit über 12 Jahren mit ihrem Bauernhof eine liebevolle Anlaufstelle ist. Hierher werden die Kinder morgens gebracht und mittags geholt, bei Gewitter, Sturm oder plötzlichem Wetterumschwung finden wir Schutz im Kälberstall oder in der Scheune und all unsere Waldutensilien lagern hier. Zudem finden wir stets Trost, Anerkennung und ein offenes Ohr. Christiane und Peter- ihr seid super!

Wir danken unserem Vorstand - Claudia Weinschenk, Lars Goldbeck, Karin Höltgebaum, Melanie Asmussen und Anne Remmer- für die kontinuierlich gute (ehrenamtliche!) Zusammenarbeit (auch in schwierigen Zeiten).

Dem Biohof Ankersolt -insbesondere Anne Jessen - danken wir für die Gastfreundschaft der zahlreichen, tollen Besuche und Aktionen.

Ebenso danken wir der Gemeinde Rüde für die Bereitstellung der „Arche Noah“ als neue Sturmhütte.

Wir möchten uns bei allen Institutionen bedanken die unseren selbstentworfenen Baum ausgestellt haben. Dadurch konnten einige Fragen beantwortet und Missverständnisse beseitigt werden: Edeka Aktivmarkt Satrup, Kinderarztpraxis Dr. Borrmann, Kaufhaus Schween, Königlich-priv. Apotheke, Tierarztpraxis Stampa, Sparkasse Satrup und der Ritter Apotheke.

Große Freude bei allen kleinen und großen „Waldis“ lösten der neue Sand und die neuen absolut dichten Regenhüte - gesponsert von Karsten Nielsen - aus. Passend dazu spendierte Familie Andersen ein paar neue Handschuhe für jedes Kind. Bestens ausgerüstet für die nasse, kalte Jahreszeit.

Sehr erfreut haben uns natürlich auch die Geldspenden. Ein großes Dankeschön an die VR-Bank, an Frau Polauke, Frau Schween, Herrn Sass und Herrn Behmer.

Last but not least danken wir all „unseren“ Kindern die sich täglich mit uns auf das Abenteuer „Wald“ einlassen und uns stets das Gefühl geben, das richtige zu tun.
Außerdem allen Eltern die Ihren Kindern dieses Geschenk ermöglichen!!!
Unsere Elternschaft ist wirklich sehr lobenswert. Egal ob es um organisatorische, gestalterische oder bürokratische Hilfe geht- ihr seid immer für uns da!!!

DANKE!!!

Mit den besten Wünschen für eine besinnliche Adventszeit grüßen vom besten Arbeitsplatz der Welt...

Sissel Nielsen und Nicole Wedell